Nun ist es so weit, die offizielle Wartezeit aufs Weihnachtsfest hat begonnen. Ein neues Kirchenjahr ist eingeläutet. Bis gestern war ich noch weit entfernt von Lebkuchenduft, Kerzen und Sternen…
Zur “Einstimmung” waren wir gestern in Köln auf dem Weihnachtsmarkt. Das an sich war wirklich einstimmend, aber wiedermal wurde mir bewusst, was Erwachsene doch manchmal für schlechte Vorbilder sind.
Der Zug nach Köln war für einen Adventssamstag relativ leer (auch wenn wir nur schwer einen Sitzplatz bekamen), aber leider voll von grölenden Männern und Frauen. In dem einen Abteil saß eine Gruppe Mittdreißiger, die teilweise stark auf die 40 zugingen, jeweils mit Bier und Kurzen bewaffnet, und feierten den Abschied von einem "Kumpel". Im oberen Abteil trafen wir auf 7 gackernde Damen Anfang 40, die zum Weihnachtsmarkt unterwegs waren, aber dort bestimmt nicht mehr viel Geld für Glühwein ausgeben mussten. Im nächsten Abteil brüllten zehn Männer zwischen 25 und 35 über 6 Sitzreihen hinweg, dass sie heute noch ein letztes Mal mit Maik einen draufmachen werden, weil “der arme Sack” (Zitat eines Freundes von besagtem Maik) ab nächster Woche unter die Haube kommt. Auf dem Weihnachtsmarkt kamen uns mehrfach solche Gruppen entgegen…
Ich möchte wahrhaftig kein Moralapostel sein… und ja, auch ich trinke gelegentlich Alkohol, was ich auch niemanden absprechen möchte. Aber ich versuche tagtäglich meinen Schülern Werte zu vermitteln, Benehmen beizubringen, eine gewisse Sensibilität an den Tag zu legen was Drogen anbelangt… Und dann sieht man so etwas! Diese Erwachsenen haben sich fast schlimmer benommen, als meine Schüler bei einer Wochenendparty. Sowas macht mich echt traurig!
Nun gut… die Adventszeit ist ja schließlich eine besinnliche und nachdenkliche Zeit… in diesem Sinne…